Landhotel Neugebauer - ReDesign 2007
 
 
 
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Einblicke in alte Zeiten – das Schmiedemuseum

Für jeden, der an der Geschichte der Technik, des Montanwesens und des Handwerks interessiert ist, hält das kleine Museum in den Gewölben des Landgashof Neugebauer interessante Details bereit...

Das Museum entstand in der 1845 erbauten Schmiede- und Schlossereiwerkstätte, die bis zur Auflassung der Roheisen-Erzeugung in Lölling 1899 einen Teil des Bergbau- und Hüttenbetriebes darstellte. Die Schmiede wurde sodann in drei Generationen der Familie Neugebauer bis 1957 weitergeführt. (...) Mitte der achziger Jahre ergriff der heutige Eigentümer, Walter Neugebauer, die Initiative zur Restaurierung der inzwischen längst zweckentfremdet verwendeten Werkstätte. Die aufwendigen Arbeiten waren 1987 abgeschlossen, wobei es gelungen war, einen weitestgehend vollständigen Betrieb in seinem ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

Man betritt das im Kellergeschoss des heutigen Gasthofes gelegene Museum durch ein blechbeschlagenes Tor. Der Sturz des Türstockes zeigt die Jahreszahl 1845 (Erbauung der Schmiede). Das kleine Museum besteht aus drei Räumen, die durch ihre Authentizität bestechen.

Im ersten Raum fällt eine zentrale Gußeisensäule auf, welche das gut proportionierte Gewölbe trägt. Zwischen Eingang und Säule liegt der Arbeitsplatz eines Hufschmiedes, während rechts des Einganges eine kleine Esse steht. Das dazugehörige Gebläse darf ohne Zweifel als Rarität bezeichnet werden – handelt es sich doch um ein Zylinder-Balggebläse, dessen oberer Deckel (als Kolben wirkend) senkrecht auf und ab beweglich angebracht ist (...) An Esse und Gebläse schließen sich bachseitig zwei Werkbänke mit vielen, teils an Ort und Stelle gefertigten Werkzeugen und Geräten (Hacken, Bohrer, Wagenräder...) an.

Eine weitere Rarität findet sich in einer Ecke des selben Raumes: ein so genanntes »Wacklergebläse«.(Es arbeitet ohne Kreuzkopf zwischen Pleuelstange und Kolbenstange, weshalb der drehbar gelagerte Zylinder aufgrund des kreisenden Kurbelzapfens eine »wackelnde Bewegung ausführen muss). Obwohl sich Wacklergebläse um die Mitte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit erfreuten, ist außer jenem in Lölling offenbar kein derartiges Gebläse erhalte. In Österreich ist derzeit kein anderer Standort bekannt und breitgestreute Nachforschungen im Ausland bleiben ebenfalls ohne Hinweis auf ein Gerät, das einem Wacklergebläse vergleichbar wäre. Das Wacklergebläse wird heute zu Vorführzwecken mittels eines Elektromotors statt des Wasserrades angetrieben um einen Eindruck von der Funktion des Gerätes zu vermitteln. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt der »Wackler« aus der nahen Gießerei in Brückl und würde möglicherweise bei Erbauung der Löllinger Schmiede installiert.

Die beiden anderen Räume zeigen Werkbänke, Kästen mit Gewindeschneidern und einer kleinen Sammlung unterschiedlichster Schlösser. Fotografien anderer Schmieden aus der jüngeren Vergangenheit komplettieren den Besuch im Schmiede- und Schlossereimuseum Lölling.

Seit Stilllegung des Hüttenberger Erzbergbaues im Jahre 1978 bemüht sich der Verein »Freunde des Bergbaumuseums – Schaubergwerk Hüttenberg«; in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Hüttenberg um die Erhaltung montanistischer Anlagen, die im Mosinzer und im Löllinger Graben sowie in und bei Knappenberg noch reichlich vorhanden sind. (...)

Auszug aus dem Österreichischen Kalender für Berg, Hütte und Energie 1989

 

 

 
 

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