Landhotel Neugebauer - ReDesign 2007
 
 
 
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100 Jahre Neugebauer

Mit den Backhendln kam der Boom                       2. August | 2000

HÜTTENBERG. Seit 1900 in familiären und vom Anpacken gezeichneten Händen der Neugebauers, feiert die gleichnamige Gasthof-Institution am Freitag ihren 100. Geburtstag. Hunderte Freunde, Promis und Stammgäste sind geladen. Leicht hatten es die Neugebauer-Generationen jedoch nicht. Ende des 19. Jahrhunderts war es nämlich in der Lölling mit dem großen und Wohlstand bringenden Bergbau ziemlich vorbei. Die Bevölkerung begann zu schrumpfen. Beim Neugebauer, wo Seniorchef Adalbert neben dem kleinen Wirtshaus eine Schmiede und Schlosserei betrieb, schwamm man aber mit fast unmenschlichem Einsatz erfolgreich gegen den Strom.

Der gastronomische Erfolg stützte sich vor allem auf das Federvieh bzw. auf die Art und Weise, wie Seniorchefin Theresia Neugebauer ihre Backhendln zubereitete. Mit der Erschließung des Schigebietes Klippitzthörl in den siebziger Jahren erfolgte ein regelrechter Boom. Mittlerweile dürfen Walter Neugebauer jun. und seine aufkochende Frau Franziska schon auf mehrere Haubenauszeichnungen und viele Promis als Stammgäste stolz sein, bleiben aber ihrem Slogan treu: »Ob Arbeitskluft oder Seidenkrawatte, bei uns ist jedermann gleich herzlich willkommen.«

KÄRNTNER TAGESZEITUNG
felix



Otto Retzers Tränen
                                        8. August | 2000             

Otto Retzer weinte, Franco Andolfo sang, und Walter Neugebauer sagte Dank. Seiner Frau Franziska und seinen Eltern. Denn das Landgasthaus Neugebauer in der Lölling bei Hüttenberg feierte Freitagabend mit 1000 Gästen seinen 100. Geburtstag. Bürgermeister Rudolf Schratter verlieh ebendort Otto Retzer - der eigentlich Werner heißt - die Ehrenbürgerschaft. »Ich bin für euch immer der Werner geblieben. Deshalb habe ich auch nie abheben können«, sprach der solcherart Geehrte unter Tränen. Ein anderer Ehrenbürger, Heinrich Harrer, gratulierte herzlich, Franco Andolfo sang »My way«, Filmer Carl Spiehs scherzte mit Ingrid Flick und Familie Unzeitig. NRAbg. Anton Leikam sinnierte in seiner Laudatio: »In meiner Jugend war ich oft hier. Eigentlich gehören 50 Prozent des Besitzes mir.« Da lachte selbst Hans Tilly senior.

Kleine Zeitung
Oliver Pink/Philip Novak


                
Wirtin Franziska kam gleich mehrfach                       11. August | 2000
unter die Haube

100 Jahre Gasthof Neugebauer in der Lölling: Als Backhendl-Station bekam der Betrieb Flügel. Heute gibt‘s vom Gault Millau eine Haube.

»Drei Tische und ein Sägespäneofen, das war‘s«, denkt Seniorchef Adalbert Neugebauer (80) zurück. Am Freitag begeht das Traditionsgasthaus seinen 100. Geburtstag. Als der Wirt 1948 begann, hatte das Haus schon eine lange Tradition. Seit 1900 ist es in Familienbesitz. Gründer Adolf Neugebauer hatte über Jahrzehnte neben einem kleinen Gasthaus eine Schmiede, Schlosserei und Wagnerei betrieben.

Die Zeiten waren nie leicht in der Lölling. 1899 wurden die Hochöfen niedergeblasen, das Aus für den Bergbau. Wirtschaftlich drohte dem Tal die Luft auszugehen, auch wenn in Hüttenberg noch 70 Jahre länger Eisen abgebaut wurde. 1898 lebten 1637 Löllinger im Graben, heute sind es 430. Dennoch stieg die Gästezahl beim Neugebauer.

20 Stunden Arbeit täglich über zehn Jahre hindurch. Von vier Uhr weg als Pferdefuhrwerker auf Achse, ab Nachmittag bis Mitternacht als Wirt hinter der Schank, beschreibt Adalbert seinen Einstieg als Unternehmer. Den ersten Urlaub gab es nach über 40 Dienstjahren. In den 60ern verlieh die heutige Seniorchefin Theresia Neugebauer (71) dem Betrieb Flügel. Ihre Backhendl wurden zur kärntenweiten Attraktion. Viele Gäste pilgerten allein deshalb zum Neugebauer, obwohl das Gasthaus im Winter in einer wirtschaftlichen Sackstraße lag. »Erst 1970 wachte das Skigebiet am Klippitztörl auf, seither ist die Straße ganzjährig befahrbar, das hat sich ausgewirkt«, begründet Walter Neugebauer (43) den jüngsten Aufschwung.

Kleine Zeitung
Phillip Novak